Gesundheitsbezirk Meran | 09.07.2010 | 12:43

Ein Radiologe nimmt Abschied

"Kenner fragen... Psenner" - das war der Titel der Abschiedsfeier am 8. Juli 2010, den das Team um Bezirksdirektorin Dr.in Irene Pechlaner für den Primar der Radiologie im Gesundheitsbezirk Meran, Dr. Konrad Psenner, mit einem Augenzwinkern gewählt hatte.

Bezirksdirektorin Dr.in Irene Pechlaner und Generaldirektor Dr. Andreas Fabi danken Dr. Konrad Psenner (Mitte) für seinen EinsatzBezirksdirektorin Dr.in Irene Pechlaner und Generaldirektor Dr. Andreas Fabi danken Dr. Konrad Psenner (Mitte) für seinen Einsatz

Primarkollegen, ärztliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch viele Ärzte, die Dr. Psenner in seinem Arbeitsleben ein Stück des Weges begleitet hatten, waren gekommen.

Arzt im Verborgenen
Dr. Konrad Psenner gehörte nie zu den Lauten: Dies wurde auch am Tag seiner Abschiedsfeier deutlich, als aus seinem Arbeits- und Privatleben erzählt wurde. Mediale Aufmerksamkeit wollte er nie, und wohl nicht durch Zufall war seine Facharztdisziplin ein Bereich „im Verborgenen“: Als Radiologe ist Einsatz, höchste Präzision und Konzentration gefragt, aber auch Teamgeist und eine ungebrochene Begeisterung für technische Neuerungen. Und gerade diese Eigenschaften treffen auf den 67-jährigen ehemaligen Primararzt perfekt zu, das bestätigte nicht nur sein Primarkollege der Radiologie Brixen, Dr. Roland Lorenzini, der die Laudatio hielt, sondern auch viele andere.

Besondere Leidenschaft: Magnetresonanz
Sanitätskoordinator Dr. Roland Döcker schweifte in die Vergangenheit des gebürtigen Barbianers: 1974 promovierte der junge Dr. Psenner in Innsbruck nach entbehrungsreichen Jahren, war er doch eines von sechs Kindern eines Bergbauern in Dreikirchen. Die nächste Station führte den Neo-Doktor nach Meran in die damalige Kneriger-Privatklinik, wo er ein zweijähriges Praktikum ableistete. Dr.in Agnes Mayr, heute Chefin im Labor von Bruneck, erinnert sich an diese Zeit: „Wir waren zu zweit, ich habe zur selben Zeit mit Dr. Psenner das Praktikum dort abgeleistet – jung und unerfahren wurden wir für Nachtdienste eingeteilt, wir haben beide eine Menge gelernt in dieser Zeit.“ 1976 wechselte Dr. Konrad Psenner als Assistenzarzt an das Krankenhaus Bozen und erlangte 1979 das Facharztdiplom für Diagnostische Radiologie. Von 1990 an wurde Dr. Psenner die Leitung des Dienstes für Magnetresonanz am Krankenhaus Bozen übertragen. Ein weiterer Meilenstein in der Karriere erfolgte 1999, als Dr. Psenner das Primariat in Meran antrat. „Besonderen Dank schulden wir Ihnen für den Aufbau des Magnetresonanzdienstes in Meran – man weiß, dass diese Diagnostik Ihnen ganz besonders am Herzen liegt“, zollte Sanitätskoordinator Dr. Roland Döcker dem Radiologen Respekt.

"Radiologe durch Zufall"
Dr. Konrad Psenner selbst, dem seine Rührung anzusehen war, bedankte sich für die Ehrungen und wies darauf hin, dass man „Radiologe oft durch Zufall wird“ – doch gerader dieser Zufall ließ vor vielen Jahren nicht ahnen, welche technisch bahnbrechenden Errungenschaften in der Röntgentechnik noch folgen würden: „Ich bin dankbar, dass ich in der ‚goldenen Ära’ der Radiologie tätig sein durfte.“

Krankenhauskaplan Pater Peter hatte zwei Lieder für den passionierten Jäger und Naturfreund umkomponiert und so erhielt der dreifache Familienvater noch ein Abschiedsständchen. Seine Familie, die den Neo-Ruheständler begleitete, freut sich nun, den ewigen Berufspendler öfters zuhause in Barbian, am schönen Heimathof, zu haben.

Presse-Informationen: Sabine Flarer (i.V. Dr. Lukas Raffl), Amt für Öffentlichkeitsarbeit im Gesundheitsbezirk Meran, Tel. 0473 263 806, E-Mail: sabine.flarer@asbmeran-o.it

(SF)