Pflegepersonal bereitet sich auf klinische Reform vor
Die neuen Herausforderungen wurden in der ersten Ausgabe der “Sommergespräche am Ritten” diskutiert.
In den nächsten Jahren sind die Gesundheitssysteme mit einer raschen Zunahme von chronischen Erkrankungen, Tumoren, Herz-/Kreislauferkrankungen und Atemwegserkrankungen konfrontiert. Die WHO gibt an, dass in Zukunft etwa drei Viertel der Gesundheitsausgaben auf die Behandlung Chronischer Kranker entfallen werden. Das Pflegepersonal wird eine fundamentale Rolle spielen, wenn es darum geht, den PatientInnen – in enger Zusammenarbeit mit ihren Familien – eine gesunde Lebensqualität zu garantieren.
Um sich dieser Herausforderung zu stellen, veranstaltete die Pflegedirektion des Südtiroler Sanitätsbetriebes am 3./4. Juni die „Sommergespräche am Ritten“. An diesen beiden Tagen haben sich die koordinierenden PflegedienstleiterInnen, PflegedienstleiterInnen und Stabsstellen aus allen vier Gesundheitsbezirken mit Themen der klinischen Reform beschäftigt und den Auswirkungen auf die Prävention, Pflege und Rehabilitation, sowohl auf dem Territorium als auch in den Krankenhäusern. Durch den großen Erfolg wird die Veranstaltung auch in Zukunft wiederholt.
„Es ist fundamental, in Zukunft die Zusammenarbeit zwischen Territorium und Krankenhäusern weiter zu verstärken“, bestätigt Dr. Robert Peer, Pflegedirektor des Südtiroler Sanitätsbetriebes. „Um für die PatientInnen eine angemessene Pflege zu hause zu sichern, wird die Anzahl der in diesem Bereich beschäftigten PflegerInnen in den nächsten 15 Jahren beträchtlich steigen müssen.“
Die Neuorganisation der Krankenhäuser sieht vor, dass die PflegerInnen zusammen mit dem ärztlichen Personal im multiprofessionellem Team den Patienten auf dem ganzen Behandlungsweg begleiten, von der Aufnahme bis zur Entlassung und der Rückkehr nach Hause. Die beständige Pflege im Krankenhaus und auf dem Territorium ist ein tragendes Element des zukünftigen Gesundheitswesens.
Die nötige Pflegeintensität für jeden Patienten wird dabei berücksichtigt, sowohl chirurgisch als auch in Hinsicht auf die medizinische Behandlung. Für das Pflegepersonal stellt das eine Herausforderung, aber auch eine Möglichkeit der beruflichen Weiterentwicklung dar.
Im Rahmen der Sommergespräche am Ritten hat Dr. Oswald Mayr, Sanitätsdirektor des Südtiroler Sanitätsbetriebes, über die klinische Reform aus medizinischer Sicht gesprochen und Dr. Robert Peer, Pflegedirektor des Südtiroler Sanitätsbetriebes über die Konsequenzen im Bereich der Prävention, Pflege und Rehabilitation.
Bei der Veranstaltung hat außerdem Dr.in Irene Müller vom Institut für Pflegewissenschaft der UMIT Hall in Tirol über die Behandlung chronischer Pathologien, die sogenannte „Innovative Care for Chronic Conditions“ (ICCC) referiert. Dr.in Annalisa Silvestro, Präsidentin des nationalen Verbandes IPASVI, hat zudem die Re-Organisation der Krankenhäuser basierend auf der Pflegeintensität vorgestellt. Dr.in Paola Pallaoro, Pflegekoordinatorin des Gesundheitssprengels Don Bosco hat die Organisation der häuslichen Versorgung (Family Health Nurse) präsentiert. Die Moderation haben sehr souverän und gekonnt Dr.in Johanna Frischmann und Dr. Markus Marsoner übernommen.
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